Das Nelly-Sachs-Haus setzt auf klar strukturierte Funktionszonen, die sich optisch voneinander unterscheiden und dennoch harmonisch ineinandergreifen. Markante Blickachsen, gut sichtbare Anlaufpunkte und eine zurückhaltende, warme Farbgebung erleichtern es, sich zu orientieren und Wege wiederzufinden. Aufenthaltsbereiche sind so gestaltet, dass sie als einladende, nicht überfüllte Räume wahrgenommen werden, während Rückzugszonen bewusst ruhiger gehalten sind. Insgesamt entsteht eine Umgebung, die Stabilität vermittelt und die Gestaltung des Alltags nachvollziehbar macht.
Alltagspraktische Tätigkeiten werden bewusst in den Tagesablauf integriert, wodurch ein Tagesablauf entsteht, der sowohl Orientierung als auch individuelle Freiräume bietet. Strukturierte Gruppenangebote, Einzelbetreuung und kleine Bewegungsimpulse unterstützen vorhandene Fähigkeiten und tragen dazu bei, Selbstständigkeit so weit wie möglich zu erhalten. Menschen mit kognitiven Einschränkungen profitieren von klaren Abläufen, gut lesbaren Wegen und ruhigen Zonen, die Reizüberflutung reduzieren und Sicherheit vermitteln. Die enge Abstimmung zwischen Pflegekräften, therapeutischen Diensten und behandelnden Ärztinnen und Ärzten sorgt dafür, dass Veränderungen frühzeitig wahrgenommen und Maßnahmen entsprechend angepasst werden können. Angehörige erhalten regelmäßige, nachvollziehbare Einblicke in die Entwicklung der Betreuungssituation, sodass Entscheidungen transparent und gemeinsam getragen werden.